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Verbindungen zu Daone (im Trientinum/Norditalien)

von Hans Steiner

Im Herbst 1990 gastierte in der Siegsdorfer Kirche ein Trientiner Bergsteiger-Chor mit dem Namen CORO RE DI CASTELLO aus Danone im gleichnamigen Tal in den Trientiner Bergen unterhalb der riesigen Stauseen Boazzo und Bissina. Sie wurden von Bürgermeister Franz Maier und Verkehrsamtsleiter Hans Klauser willkommen geheißen. Tags darauf fand dann noch ein weiteres Konzert im Familienferiendorf Eisenärzt statt.

Im Anschluss daran entwickelte sich eine lose (auch dienstlich interessante) Verbindung zwischen Geschäftsleiter Hans Steiner/Siegsdorf, Candido Ghezzi, dem Bürgermeister und Chormitglied aus Daone sowie mit Chorleiter Severino Papaleoni, von Beruf Mittelschullehrer, der kurze Zeit später das ehrenamtliche Amt des 1.Bürgermeisters von Daone übernimmt.

90er-Jahre

Schon im Frühjahr 1991 fährt der Gartenbauverein Siegsdorf unter Leitung von Gabi Steiner und Ludwig Wimmer mit einem Großbus interessierter Fans dieses Bergsteigerchors nach Daone und wird dort großartig empfangen und bewirtet.
Dabei fand sich als Dolmetscherin die Schweizerin Susanne Rickli-Pellizzari, welche in Daone mit einem Italiener verheiratet ist. Es entwickelt sich nun auch noch eine innige Freundschaft zwischen Susanne und den Siegsdorfer Organisatoren von der Gemeinde.

Im Oktober 1992 gastiert der Chor ein weiteres Mal in Traunstein. Um nicht als Konkurrenz aufzutreten, vereinbaren Papaleoni und Steiner, diesmal kein Konzert in Siegsdorf abzuhalten. Doch es kommt etwas anders. Nach dem Auftritt in Traunstein wendet sich Papaleoni telefonisch hilfesuchend an Steiner, weil sie sich nach der privaten Veranstaltung in Traunstein total verlassen und auf sich alleine gestellt fühlen und sich nicht auskennen...

Hans Steiner und 3.Bürgermeister Erwin Kurz/Siegsdorf springen sofort ein und übernehmen den organisatorischen Ablauf der nächsten beiden Aufenthaltstage. Daraus entsteht eine Vertiefung der Beziehungen. Unter anderem fährt man mit dem Chor am Sonntag zur Herren-Insel und besichtigt das Schloss. Leider wurde keine "italienisch-Führung" angeboten. Doch der Zufall will es, dass die zugeteilte Führerin Nicole Naumann aus Rimsting erklärt, ihr Onkel sei Italiener und sie könne sehr wohl italienisch sprechen. Das rief natürlich eine ehrliche Begeisterung bei den Chormitgliedern hervor. Auf Nachfrage von Hans Steiner ist Chorleiter Papaleoni während der Führung sofort einverstanden, dass der Chor (vollkommen unvorhergesehen) beim Gang durch den großen Spiegelsaal als kleines Dankeschön für diesen großartigen unerwarteten Programmpunkt das Lied "La Montanara" singt. Angezogen durch das Lied kommen wie von Geisterhand geführt plötzlich aus allen möglichen Türen hunderte von Besuchern anderer Führungsgruppen in den Saal; diese unerwartete melancholische Stimmung "schnürt vielen den Hals zu und veranlasst nasse Augen". Das Lied endete mit einem tosenden Beifall der zwischenzeitlich wohl 500 Anwesenden.

Daraufhin veranlasste Hans Steiner einen mehrmaligen Schriftwechsel mit den Verantwortlichen des "Musiksommers zwischen Inn und Salzach" und dem Vorschlag, im Rahmen der jährlich angebotenen Konzerte (auch im Spiegelsaal des Schlosses) doch einmal diesen Bergsteigerchor aus dem Trientinum einzuplanen, zumal sich diese bereit erklärt hätten, aufgrund diese Erlebnisses im Oktober 1992 kostenlos im Schloss Herrenchiemsee aufzutreten. Nach mehrmaligen Beratungen und Sitzungen erhielt Hans Steiner am 6.5.93 letztendlich jedoch die formelle Absage des Musikbeirats, dass "aufgrund der vielen vorgeschlagenen Konzerte und der begrenzten Aufführungsmöglichkeiten" der Vorschlag zugunsten des Bergsteigerchors nicht berücksichtigt werden könne.

Ende 90er-Jahre

1998 kommt es nochmals zu einem Ausflug des Siegsdorfer Gartenbauvereins nach Daone, doch dann wird es ruhiger mit den "offiziellen" Verbindungen. Allerdings gibt es auch hier weiterhin die einen oder anderen privaten Kontakte, und so kommt es nach wie vor gelegentlich zu Besuchen und Gegenbesuchen. Was aber bis heute nicht geklappt hat: Severino Papaleoni und Hans Steiner versprachen sich gegenseitig, deutsch bzw. italienisch zu lernen. Aber über einige Grußformeln sind beide noch nicht hinaus gekommen...

Und so ist man auch heute noch auf die (dankenswerterweise immer zur Verfügung stehende) Dolmetscherin Susanne angewiesen, mit der uns nun auch bereits eine fast zwei jahrzehntelange Freundschaft verbindet.